Von der Anpassung zur Gestalterin: Wie Frauen die Arbeitswelt neu denken
- Simone Ahrens-Mende

- 22. Juni
- 5 Min. Lesezeit
Von Simone Ariane Ahrens-Mende – Bewusste Arbeitswelten GbR

Was passiert mit uns Frauen?
Was passiert mit einer Frau, der gesagt wird, trotz ihrer Position in der Geschäftsführung habe sie dort nichts zu suchen, weil Frauen „zu viele Emotionen“ hätten?
Was passiert, wenn uns gesagt wird, wir müssten uns als Frauen an die Business-Welt anpassen und Emotionen hätten dort nichts zu suchen?
Was passiert, wenn man als Frau nicht in die Erwartungsschablone männlicher Führungskräfte passt und deshalb sein Potenzial nicht gesehen, sondern weggeworfen wird?
Frauen wissen es. Denn sie haben es erlebt.
Schon vor 20 Jahren haben viele von uns Menschen gesehen und gleichzeitig waren sie in den wirtschaftlichen Regeln gefangen. Es war schwer als Frau mit emotionaler Intelligenz in der harten Business-Welt der Männer zurechtzukommen und trotzdem Menschen menschlich und empathisch zu führen. Die Mitarbeiter:innen zeigten ihnen, dass ihr Führungsstil richtig ist. Doch im Management zählten nur Zahlen, KPIs, Ziele in Umsatz, Gewinn, Estimated Hours. Keine Zeit für echte Gespräche. Wichtig waren billable hours, nicht mehr und nicht weniger.
Heute wissen wir: Neben Wirtschaftlichkeit muss auch der Mensch im Mittelpunkt stehen.
Wir haben zu hohe Krankenstände, Langzeiterkrankungen, hohe Fluktuation. Die Menschen gehen dorthin, wo sie sich wohlfühlen. Geld allein hält sie nicht. Gehalt soll kein Schmerzensgeld sein.
Deshalb sind Frauen heute hier, um das System neu zu denken.
Und genau deshalb steht Bewusste Arbeitswelten für eine neue Art der Führung. Denn wir haben stoische Kräfte: Wir akzeptieren, was wir nicht ändern können, aber wir wehren uns gegen ein System, das uns kleinhalten will. Und wir gestalten Arbeitswelten, in denen Empathie, Authentizität und Menschlichkeit keine Schwächen sind, sondern Stärken.
Frauen wollen sich nicht länger verbiegen. Sie wollen das System neu denken, eines, in dem sie sein dürfen, wie sie sind: ganzheitlich gesehen als Expertin, Frau, Mutter, empathisch, emotional intelligent und systemisch denkend, mit hohem Potenzial. Resilient, belastbar und gleichzeitig selbstfürsorgend.
Der Schlüssel dazu?
Eine Haltung, die uns lehrt, uns auf das Wesentliche zu besinnen:
1. Die stoische Grundfrage: Was können wir wirklich kontrollieren?
Stoizismus ist mehr als eine Philosophie. Es ist eine Lebenshaltung, die uns lehrt, uns auf das zu konzentrieren, was wir gestalten können: unsere Gedanken, unsere Handlungen und unsere Reaktionen.
„Du hast Macht über deinen Geist, nicht über äußere Ereignisse. Erkenne das, und du wirst stark.“– Marc Aurel
In unserer Arbeit mit Führungskräften erleben wir immer wieder: Die größte Stärke liegt nicht darin, alles kontrollieren zu wollen, sondern darin, das zu akzeptieren, was wir nicht ändern können und uns auf das zu konzentrieren, was wir gestalten können: unsere Haltung, unsere Kommunikation, unsere Arbeitskultur.
Denn nur wer sich selbst kennt und annimmt, kann von anderen gesehen werden und sein volles Potenzial entfalten. Wahre Stärke liegt nicht darin, Masken zu tragen, sondern darin, authentisch zu sein und anderen den Raum zu geben, es auch zu sein.
2. Die Realität: Warum Menschlichkeit kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit ist
Stellen Sie sich ein Unternehmen vor, in dem jeder Mitarbeiter, jede Mitarbeiterin nicht nur als Ressource, sondern als Mensch wahrgenommen wird. Ein Ort, an dem Empathie, emotionale Intelligenz und achtsame Führung keine Soft Skills sind, sondern die treibende Kraft hinter Innovation und langfristigem Erfolg.
Klingt utopisch? Ist es nicht.
Die Fakten sprechen für sich:
Unternehmen mit hoher Mitarbeiterbindung verzeichnen 24 % weniger Fluktuation und 21 % höhere Gewinnmargen (Gallup, State of the Global Workplace, 2023).
Emotional intelligente Teams sind produktiver und kreativer, weil sie Raum für Empathie und Vertrauen schaffen (Harvard Business Review, Goleman).
Die psychische Gesundheit in der EU verschlechtert sich weiter mit steigenden Kosten für Unternehmen und die Gesellschaft durch Stress, Burnout und innere Kündigung (Eurofound, 2024).
Doch es geht nicht nur um Zahlen. Es geht um Menschen, die jeden Tag 8+ Stunden ihres Lebens in Unternehmen verbringen. Menschen, die gesehen, wertgeschätzt und befähigt werden wollen, nicht als Ressourcen, sondern als Gestalter:innen.
„Hinter jeder Fluktuationszahl steckt ein Mensch, der sich nicht gesehen fühlte. Hinter jeder Krankenmeldung wegen Burnout steckt oft ein System, das Menschen als austauschbar behandelt.“
3. Das System denken: Warum isolierte Lösungen scheitern
Wie der Philosoph Edgar Morin betonte: „Das Ganze ist sowohl mehr als auch weniger als die Summe seiner Teile. Man kann die Teile nicht ohne das Ganze verstehen, oder das Ganze ohne die Teile.“
Ein Unternehmen, das nur auf Kosten, Gewinn und Wachstum fokussiert, mag kurzfristig erfolgreich sein. Doch auf lange Sicht entstehen versteckte Kosten:
Fluktuation durch Unzufriedenheit,
Innere Kündigung durch fehlende Wertschätzung,
Gesellschaftliche Kosten durch Burnout und psychische Erkrankungen.
Genau das ist es, was wir mit Bewusste Arbeitswelten vorleben: Wir betrachten Unternehmen nicht als Maschinen, sondern als lebendige Organismen. Und wie bei jedem Organismus gilt: Wenn ein Teil leidet, leidet das Ganze.
Erst wenn wir Wirtschaft, Mensch und Gesellschaft als Ganzes betrachten, entsteht echter Mehrwert.
4. Die Lösung: Bewusste Führung als Treiber für ganzheitlichen Erfolg
Bewusste Führung bedeutet:
👉 Menschen als Menschen behandeln – mit Empathie, Respekt und Vertrauen.
👉 Arbeitswelten gestalten, in denen Authentizität, Potenzialentfaltung und Gesundheit im Mittelpunkt stehen.
👉 Systeme ganzheitlich denken – denn was in einem Bereich (z. B. kurzfristige Gewinne) funktioniert, kann in einem anderen (z. B. Mitarbeiterzufriedenheit) Schaden anrichten.
In unseren Coachings arbeiten wir mit Führungskräften daran,
👉 ihre eigenen Werte und Grenzen klar zu definieren (denn nur wer sich selbst kennt, kann andere führen),
👉 traumasensible Kommunikation zu praktizieren (denn Worte prägen die Kultur),
👉 Räume für Authentizität zu schaffen (denn Masken kosten Energie und echte Innovation entsteht dort, wo Menschen sie ablegen dürfen).
Besonders Frauen in Führungspositionen erleben oft: Sie werden nicht an ihren Ergebnissen, sondern an ihrer Ausstrahlung gemessen. Wir helfen ihnen, sich selbst treu zu bleiben – und trotzdem erfolgreich zu sein.
5. Das Ziel: Eine Wirtschaft, die den Menschen dient und damit sich selbst
Unternehmen sind keine Inseln. Sie sind Teil eines größeren Systems der Gesellschaft. Und diese Gesellschaft braucht:
🌱 Gesunde Menschen, die motiviert und kreativ sind.
🌱 Nachhaltige Unternehmen, die langfristig erfolgreich sind.
🌱 Eine Wirtschaft, die nicht gegen, sondern für den Menschen arbeitet.
Bewusste Führung ist der Schlüssel dazu. Sie schafft Arbeitswelten, in denen Menschen gedeihen und damit Unternehmen wachsen, die Wirtschaft gestärkt wird und die Gesellschaft gesundet.
Fazit: Die Frage, die wir uns alle stellen müssen
Die Frage ist nicht, ob wir uns Menschlichkeit in der Wirtschaft leisten können. Die Frage ist: Können wir es uns leisten, sie nicht zu leben?
Wir sind überzeugt: Jede:r von uns kann einen Unterschied machen, ob als Führungskraft, Teammitglied oder Mensch, der sich eine bessere Arbeitswelt wünscht. Fangen Sie heute an.
Fragen Sie sich:
Wie kann ich in meiner Rolle mehr Menschlichkeit leben?
Wo kann ich heute einem Kollegen oder einer Kollegin das Gefühl geben, gesehen zu werden?
Und wenn Sie Unterstützung brauchen: Wir sind für Sie da.
Kontakt & Austausch
Sie wollen mehr darüber erfahren, wie bewusste Führung Ihr Team oder Unternehmen verändern kann? Kontaktieren Sie uns:
Gemeinsam gestalten wir Arbeitswelten, in denen Menschen gedeihen und Unternehmen nachhaltig erfolgreich sind.
Simone Ariane Ahrens-Mende
Bewusste Arbeitswelten GbR



Kommentare